PROGRAMME
  VON DER MITTERNACHTSSONNE ZUR MORGENDÄMMERUNG
 
Herbert Baumann
(* 1925 )
SONATINE über finnische Volkslieder
Allegro ma non troppo
Andante
Allegro vivace
   
Gerhard Goebel
(* 1932 )
MILONGA '99 para J.L.Borges
SAMBA del Molino
MAMBO del Molino
   
Astor Piazzolla
( 1921 - 1992 )
HISTOIRE DU TANGO
Bordel 1900
Café 1930
Nightclub 1960
Concert d'aujourd'hui
  Pause
Jacques Ibert
( 1890 - 1962 )
ENTR'ACTE
   
Joaquin Rodrigo
( 1901 - 1999 )
INVOCATION ET DANCE für Gitarre solo
( Hommage à Manuel de Falla )
   
Ravi Shankar
( * 1920 )
L'AUBE ENCHANTÉE
Sur le Raga "TODI"
 
Duo Diàlogo:
Sabine Dreier - Flöte / Rudolf Klemisch - Gitarre
     
   

Text zum Programm:
Von der Mitternachtssonne zur Morgendämmerung
Das Konzertprogramm beginnt in Finnland, wo die Mitternachtssonne scheint. Sowohl fröhliche als auch melancholische Volkslieder aus Finnland hat Herbert Baumann in seiner Sonatine für Flöte und Gitarre in unbeschwerter Weise auskomponiert. Drei südamerikanische Tänze für Bassflöte und Gitarre des Butzbacher Komponisten Gerhard Goebel folgen - Milonga, Samba und Mambo. Aus der Milonga hat sich im 19. Jahrhundert der argentinische Tango entwickelt. Das viersätzige Werk "Histoire du Tango" führt musikalisch durch das gesamte 20. Jahrhundert, wobei Astor Piazzolla den Tango zu einem Ausdrucksmittel einzigartiger Tiefe und Bandbreite macht. Die anspruchsvollen Kompositionen des in Frankreich von Nadja Boulanger ausgebildeten Komponisten und Bandoneon-spielers verleugnen nie ihre Herkunft aus den Cafés und Bars der Städte Argentiniens.
Der Klangfarbenreichtum in der Kombination Flöte und Gitarre wird durch Hinzunahme der Bassflöte noch erweitert, deren Klang einer Mischung von Fagott, Saxophon und Flöte ähnelt. Im Entr'Acte von Jacques Ibert verbinden sich impressionistische Klänge mit Flamenco-Elementen.
Eine Hommage an Manuel de Falla hat Joaquin Rodrigo für Gitarre solo komponiert: "Invocation et Dance". Sie enthält Flamenco-Elemente, wobei der Tanz eine spanische Jota ist. Zum Abschluss des Konzertes erklingt die indische Komposition "L'aube enchantée" ( zu deutsch "Bezaubernde Morgendämmerung" ), die aus einer Begegnung "East meets west " der beiden legendären Musiker Jean Pierre Rampal und Ravi Shankar entstand. Das improvisatorisch anmutende Werk basiert auf einer indischen Tonleiter, der Raga "Todi", und wird bis zur Vervollkommnung variiert.

     
    Tres Colores
   
Edvard Grieg (1843 - 1907)
( Bearb.: Trefoil classical )
PEER GYNT-SUITE:
Morgenstimmung
In der Halle des Bergkönigs
Solvejgs Lied
Anitra’s Tanz
   
William Walton (*1902)
FIVE BAGATELLES für Gitarre solo:
1. Allegro
2. Lento
3. A la Cubana
   
Gerhard Goebel (*1932) TANGO VI : BACK TO PIAZZOLLA
   
Astor Piazzolla (1921 - 1992)

HISTOIRE DU TANGO:
Bordel 1900
Café 1930

  Pause
Erwin Schulhoff (1894 - 1942)
BASSNACHTIGALL für Kontrafagott solo
Melancolia
Perpetuum mobile
Fuga
   
Joaquin Rodrigo (1901 - 1999)
INVOCATION ET DANCE für Gitarre solo
( Hommage à Manuel de Falla )
   

Georges Bizet (1838 - 1875) /
Francois Borne (1862 - 1929)
( Bearb.: Trefoil classical )

CARMEN:
Prélude
Chor der Strassenjungen
Habanera
Intermezzo
Zigeunerlied
   
Trefoil classical: Sabine Dreier - Flöte, Piccolo und Bassflöte
Rudolf Klemisch - Gitarre
Guido Spitz - Fagott und Kontrafagott
     
    Zum Programm "Tres Colores":

Das Programm wird umrahmt von zwei Bearbeitungen des Trios Trefoil classical.

Die farbenreiche Musik Edvard Griegs „Peer Gynt Suite“, die er zu Henrik Ibsens Schauspiel "Peer Gynt" geschrieben hat, erklingt in einer eigenen Bearbeitung für Flöte, Piccolo, Bassflöte, Fagott und sechs- bzw. siebensaitiger Gitarre.

Die 1971 Julian Bream gewidmeten „Five Bagatelles“ zeichnen sich durch die für William Walton typische Vitalität und starken rhythmischen Schwung aus. Nummer 2 und 3 ergehen sich im Sonnenschein des Mittelmeerraumes bzw. der Karibik.

Eine Hommage an Piazzolla stellt der Tango „Back to Piazzolla“ des deutschen Komponisten Gerhard Goebel dar.

Aus unserer neuen CD „Histoires du Tango“ stellen wir zwei Stücke des wohl bedeutendstenTango-Komponisten und Interpreten Astor Piazzolla vor, Bordel 1900 und Café 1930. Sie sind komponiert für Flöte und Gitarre, der ursprünglichen Besetzung des argentinischen Tango im 19. Jahrhundert.

Neben drei verschiedenen Querflöten (normale Konzertflöte, Bassflöte und Piccolo), einer siebensaitigen, in die Bassregionen erweiterte Gitarre und Fagott erwartet das Publikum auch noch das tiefste Holzblasinstrument: das Kontrafagott.
Der jüdische Komponist Erwin Schulhoff verwendet das Instrument in seinem Werk „Bassnachtigall“. Er möchte trotz Witz, Leichtigkeit und Bravour seiner Komposition durch den Gegensatz von hellstimmiger Nachtigall und Kontrafagott Konventionen sprengen und ein snobistisches Publikum provozieren.

Die Komposition " Invocation et Dance" für Gitarre solo hat Joaquin Rodrigo Manuel de Falla gewidmet.

Alle drei Instrumente versammeln sich wieder zum Abschlussfeuerwerk mit Auszügen aus der berühmten Oper "Carmen" von Georges Bizet, erweitert durch das Finale aus Francois Bornes Carmen-Fantasie.
(Sabine Dreier)
     
    Vitae:

Rudolf Klemisch
Der in Offenbach am Main geborene Gitarrist Rudolf Klemisch studierte am Peter-Cornelius-Konservatorium und an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Er nahm an nationalen und internationalen Wettbewerben teil und erhielt 1984 den ersten Preis des Bundeswettbewerbs der deutschen Konservatorien.1990 legte er die künstlerische Reifeprüfung am Peter-Cornelius-Konservatorium Mainz ab. Mit Meisterkursen u. a. bei K. Ragossnig, M. Sicta, M. Barrueco und dem Assad-Duo rundete er seine Ausbildung ab. In Presseberichten wird sein „hervorragendes, virtuoses und stets gefühlvolles Spiel“ gelobt.


Guido Spitz, geboren in Karlsruhe, erhielt seinen ersten Fagottunterricht bei Harald Figge in Mannheim. Weitere Studien bei Karl Ventulett an Dr. Hoch’s Konservatorium in Frankfurt am Main folgten. Er belegte Kammermusikkurse bei Eric Lynn Kelly und Wolfgang Rüdiger. Für seine künstlerischen Leistungen wurde er 1987 mit einem Stipendium der Richard-Wagner-Stiftung ausgezeichnet. In zahlreichen Konzerten trat er als Solist und Kammermusiker auf, unter anderem bei Konzerttourneen in Spanien und Frankreich.
1989 erhielt er einen Gastvertrag an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main. Er ist Mitglied des Trio d’Anches, Frankfurt am Main, das er 1991 mitbegründet hatte.
Sein künstlerisches Engagement gilt der Holzbläserkammermusik und dem Orchesterspiel.